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Chronik und Galerie
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Die ersten Anfänge tätigte um die Jahrhundertwende mein Großvater Paul Rudolph, der in Demitz-Thumitz Steinmetz gelernt hatte. In einem kleinem Steinbruch in Steinigtwolmsdorf stellte er erste Werkstücke vor Ort her. Dieses vielversprechende Unternehmen wurde durch den 1. Weltkrieg unterbrochen und war danach hinfällig geworden.

Nach dem Krieg erschloß mein Großvater einige Syenit – Steinbrüche im Hohwald, im böhmischen Hilgersdorf und Nixdorf. Diese scheiterten später an nicht verlängerten Pachtverträgen seitens der staatlichen Forstämter und anderen Schwierigkeiten. Dieser Querelen müde, kaufte mein Großvater ein Grundstück in Steinigtwolmsdorf, baute eine Werkstatt, worin eine Steinsäge und Schleifmaschinen installiert wurden.

Im Sommer 1924 begann darin die Steinbearbeitung. Die allgemeine schlechte Wirtschaftslage in Deutschland machte diesen Anfang sehr schwer. Das änderte sich erst nach 1933. Von da an gab es einen steilen wirtschaftlichen Aufschwung. In dieser Zeit wurde der Betrieb vergrößert, eine Fräse, Kompressoranlage und anderes angeschafft.1939 setzte der 2. Weltkrieg dieser Entwicklung ein jähes Ende. Die besten Mitarbeiter und Söhne mußten an die Front. Mein Großvater und einige alte Mitarbeiter hatten nun die traurige Pflicht, Grabmale für die Gefallenen zu errichten. Nach dem totalen Zusammenbruch Deutschlands war glücklicherweise der Betrieb unversehrt und die Söhne Max, Alfred und Kurt kehrten gesund zurück.

Wieder gab es einen neuen Start. Ein kleiner Steinbruch wurde in Neukirch erschlossen und einige Jahre von Max Rudolph betrieben. Eine Zweigstelle in Neustadt/Sa. führte Kurt Rudolph. Die 50-ziger Jahre waren auch in Ostdeutschland vielversprechend. 1957 übergab Paul Rudolph den Betrieb an meinen Vater Alfred. Das Fortschreiten des Sozialismus in der DDR machte es den selbständigen Unternehmern aber immer schwerer. Ein Schrumpfen des Betriebes zu einem kleinen Handwerksbetrieb wurde sinnvoll und sicherte glücklicherweise bei der großen Verstaatlichungsaktion 1972 seine Existenz.

1978 konnte mein Vater den Betrieb an mich übergeben. An Aufträgen mangelte es nie. Dagegen bereiteten Beschaffung von Rohstein, Material, Maschinen und Werkzeugen ziemliche Probleme. Trotz Reglementierung seitens der DDR – Obrigkeit waren dennoch gute Gewinne möglich, so daß wir einiges an Maschinen und Baulichkeiten modernisieren konnten. Eine Rundum-Schleifmaschine wurde gebaut, die alte Stahlsandsäge in ein Diamantgatter umfunktioniert.

1990 kam dann die Wende, an die niemand vorher geglaubt hatte, die „große Freiheit“ und die freie Marktwirtschaft. Aber es wendete sich für uns nicht alles zum Guten. Vertreter aller Branchen fielen über uns her und zogen machen Gutgläubigen über den Tisch. Viele alte Geschäftsbeziehungen brachen ab, da die Partner und Kunden den Verlockungen der Anbieter aus dem Westen nicht widerstehen konnten und Dankbarkeit für jahrzehntelange Zusammenarbeit zu DDR-Zeiten ein Fremdwort geworden war. Eine enttäuschende Erfahrung, der man sich stellen mußte. Also ging ich in die Konfrontation, suchte neue Geschäftspartner und investierte. Ein zweites Standbein mußte geschaffen werden. Das bot sich im Gewerbegebiet Neukirch/Lausitz an. Eine neue Werkhalle wurde gebaut, ein Schleifautomat und eine zweite Fräse angeschafft, Lehrlinge eingestellt. So glaubte ich, konkurrenzfähig zu sein. Aber die Händler mit Billigimporten aus Indien waren plötzlich auf dem Markt und wieder konnten viele Geschäftspartner der Verlockung des geringeren Preises nicht widerstehen.

Also bleibt es beim Kampf um das Überleben des Familienunternehmens, dem wir uns täglich mit Flexibilität, neuen Ideen und Zuverlässigkeit stellen müssen. Ich bin überzeugt, daß die Firma STEIN–RUDOLPH auch noch ihr 100–jähriges Jubiläum feiern kann.

Einen besonderen Dank möchte ich allen Mitarbeitern und allen Kunden, die uns treu blieben, aussprechen.

Günter Rudolph










































































































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